Der Deutsche Boxer und seine Geschichte

Der Deutsche Boxer und seine Geschichte

Der Boxer ist heutzutage ein reiner Familienhund, welcher selten noch als Dienst-, Wach- oder Spürhund eingesetzt wird. Aber wo kommt die Rasse der Boxer her und wie hat sie sich im Laufe ihrer Geschichte verändert?

Herkunft

Die Vorfahren der heutigen Boxer lassen sich bis zur Rasse der sogenannten Bullenbeißer (auch manchmal als „Bärenbeißer“ bezeichnet) zurückverfolgen. Diese war in ganz Europa verbreitet, wobei im deutschen Raum hauptsächlich zwei Klassen der Bullenbeißer vorkamen, nämlich die etwas größeren Danziger und die kleineren Brabanter Bullenbeißer. Letztere gelten als direkte Vorfahren des heutigen deutschen Boxers.

Zur Geschichte

Im Mittelalter galten die Bullenbeißer als reine Jagdhunde, welche an den Fürstenhöfen gezüchtet wurden, um sie auf wehrhaftes Wild, also zum Beispiel auf Wildschweine, anzusetzen. Die Bullenbeißer wurden für diese Form der Jagd bevorzugt, da sie auf alles losgingen, worauf sie gehetzt wurden und dazu auch noch kräftig genug waren, um selbst größeres Wild anzugreifen und zu halten, bis die Jäger einen Schuss setzten konnten. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Bullenbeißer deshalb auch als „Sauhunde“ (Jagdhunde allein für die Jagd auf Wildschweine) gehalten. Darüber hinaus setzte man sie aber auch zum sogenannten „Kampfjagen“ ein, einer Jagdform, bei der schwächere Tiere auf größere, kräftigere Wildtiere wie Bären gehetzt wurden. Bereits damals war es schon üblich gewesen, die Hunde zu kupieren, was bedeutet, dass ihnen die Ohren und ihr Schwanz zugeschnitten wurden, um den Bullenbeißern eine gefährlichere Erscheinung zu verleihen.

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts verloren die Bullenbeißer an Bedeutung, da sie durch das Aufkommen neuerer, besserer Schusswaffen für die Jagd überflüssig wurden und auch das Kampfjagen als Unterhaltungssport abgeschafft wurde. Die Züchter von Brabanter Bullenbeißern fingen deshalb an, bei ihren Züchtungen auch Bulldoggen zu verwenden und diese einzukreuzen, sodass die künftigen Generationen eher die Merkmale der Bulldoggen haben sollten. Das Ergebnis dieser Züchtungen erhielt aufgrund seiner eigentümlichen Gesichtsform den Namen „Bierboxer“. Dabei handelte es sich um eine spöttische Bezeichnung aus dem Münchener Raum, mit der Leute bezeichnet wurden, die aussahen, als hätten sie sich im Alkoholrausch geprügelt. Diesen Spottnamen wandelte man dann ab und nannte die Tiere künftig schlicht „Deutscher Boxer“.

1895 wurde in München dann der erste Boxer-Klub e.V. gegründet, welcher 1904 auch den ersten Standard für die neue Hunderasse aufstellte. Seit 1924 ist der Boxer auch als Diensthund eingetragen, wird dafür heutzutage allerdings eher weniger verwendet. Der Grund hierfür ist vermutlich, dass die Boxer im Vergleich zu anderen als Diensthunde registrierte Rassen wie dem Schäferhund oder dem Hovawart nicht ganz so gefügig sind und häufig ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen. Deshalb sind sie heutzutage eher als Familienhunde zu finden.